Review: Evangelium21 Konferenz August 2011

10. Dezember 2012 0 Antworten von Simon

Das Evangelium gehört in das Zentrum der Gemeinden. Dies ist das Resümee der ersten „Evangelium-21“-Konferenz, die vom 18.-20. August in Hamburg veranstaltet wurde.

Matthias Lohmann, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde München-Mitte, sagte vor den knapp 400 Teilnehmern: „Wir sind begeistert von der guten Evangeliums-Botschaft und sehnen uns danach, dass diese frohe, kraftvolle und lebensverändernde Verkündigung des Kreuzes im deutschsprachigen Europa wieder häufiger gehört wird.“

Matt Schmucker, Hauptreferent von „9Marks Ministries“ aus Washington (USA), betonte, dass die Bibel Gemeinden dazu aufruft, die Heiligkeit, Herrlichkeit und Liebe Gottes widerzuspiegeln. Dies geschehe durch die klare Verkündigung des schaffenden und erneuernden Wortes Gottes.

Lohmann ermutigte, das Evangelium immer wieder zu erklären und zu erläutern. Pastoren sollten nicht voraussetzen, dass jeder weiß, was das Evangelium ist. Auch Christen müssten das Evangelium immer wieder hören, um Christus immer ähnlicher zu werden. Das war auch das Anliegen von Pastor Michael Martens (FeG Syke, bei Bremen), der verdeutlichte, dass das Evangelium in der Seelsorge Orientierung und Zuversicht schenkt.

Lohmann bekräftigte, dass „Evangelium 21“ zuallererst die Frohe Botschaft positiv formulieren und betonen wolle, so wie sie von den Reformatoren wieder neu entdeckt wurde. Es ginge also gerade nicht darum, Protestbewegung gegen etwas zu sein. „Wir wollen nicht negativ abgegrenzt arbeiten. Wir wollen positiv und froh die Gute Nachricht verkündigen!“, so Lohmann wörtlich. Deshalb gäbe es auch eine Selbstverpflichtung, in der es unter anderem heißt: „In dem Ringen um die rechte Erkenntnis der Offenbarung Gottes ist uns wichtig, dass Diskussionen in einer Art und Weise geführt werden, die dem Wesen Jesu angemessenen ist. Deshalb streben wir in persönlichen wie öffentlichen Verlautbarungen und Diskussionen – bei aller inhaltlichen Klarheit und Direktheit von Formulierungen – einen christusgemäßen Umgang im Miteinander an und distanzieren uns von unsachlichen Verallgemeinerungen, polemischem Stil und persönlichem Streit.“ Besonders die Aufforderung von Petrus, Gespräche über den Glauben in einem Geist der „Sanftmut und Ehrerbietung“ zu führen (1. Petrus 3,15-16), wolle man „sehr ernst“ nehmen.

Im Abschlussreferat der Konferenz sprach Ron Kubsch, Dozent für Apologetik und Neuere Theologiegeschichte am Martin Bucer Seminar, über die Herausforderung, wie Christen das Evangelium für die nächste Generation in Mentoring und Ausbildung anwenden könnten. Ausgehend von einem Zitat Philipp Jacob Speners entwickelte er sein Thema anhand von vier zentralen Gedanken: Soli Deo Gloria / Allein Gott die Ehre, Freude am Wort Gottes, Christliches Denken neu einüben, die Notwendigkeit geistlichen Leben. „Die christliche Ortsgemeinde als Gewächshaus der Nachwuchsleiter war und ist das effektivste Ausbildungsmodell, das die Missionsgeschichte kennt.“ Deshalb sei es ein Fehler gewesen, die theologische Ausbildung vielfach von den Ortsgemeinden abzukoppeln. Es dürfe nicht nur um bloße Wissensvermittlung gehen. In der Folge gäbe es zwar viele theologische Spezialisten, aber wenige geistliche Leiter. „Wir sollten das Fahrwasser mancher neuzeitlichen Theologie verlassen und brauchen stattdessen eine Theologie, die sich wieder neu an der Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus und seinem Wort orientiert“, so Kubsch gegenüber BQ.

Das Ziel dieses neu entstandenen Netzwerkes ist es, das Erbe der Reformation in Landes- und Freikirchen zu beleben. „Evangelium 21“ wolle durch Konferenzen und kostenlose Veröffentlichungen auf der Internetseite Pastoren, Theologiestudenten und engagierte Christen ermutigen. Zentrale Anliegen von „Evangelium 21“ seien das Verständnis der Bibel als irrtumsloses Wort Gottes, eine christozentrische Verkündigung in Gemeinde und Mission.

Ihr könnt euch hier die sehr empfehlenswerten Vorträge anhören.

Konferenzen

Über den Autor

Simon Mayer, Jahrgang 1990, hat Elektrotechnik studiert und zwei Jahre als Ingenieur bei einem großen Bayrischen Automobilhersteller gearbeitet. Inzwischen absolviert er ein Praktikum in der Freien Evangelischen Gemeinde München-Mitte und studiert nebenher Theologie am Martin Bucer Seminar. Seit 2010 ist er verheiratet mit Simone. Wenn er nicht gerade mit redaktionellen Tätigkeiten für den Josiablog beschäftigt ist, eine Predigt vorbereiten darf oder versucht den riesigen Berg an Lektüre für sein Studium zu bewältigen, schaut er gerne mal einen Krimi mit seiner Frau, geht Joggen oder macht Musik.
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