Die Bibel verstehen – Teil I

12. Dezember 2013 0 Antworten von Simon

Machen wir uns nichts vor: Die Bibel ist manchmal ein recht kompliziertes Buch. Sie richtig zu verstehen ist eine hohe Kunstfertigkeit, die intensives, jahrelanges Studium erfordert. Tatsächlich würde ich sogar behaupten, dass es ein lebenslanger Prozess ist. Niemand hat die Bibel vollkommen erfasst. Wir alle haben dabei Wachstumspotential. Nichtsdestotrotz gibt es einige grundlegende Prinzipien, die uns ungemein dabei helfen können, dieses dicke, alte Buch besser zu verstehen. Und weil ich davon überzeugt bin, dass es für uns Menschen nichts Wichtigeres gibt als in unserem Verständnis von Gottes Wort immer mehr zuzunehmen, möchte ich euch in den folgenden Wochen einige dieser Prinzipien aufzeigen. Mich selber hat es in meinem geistlichen Leben enorm voran gebracht, die darin enthaltenen Prinzipien anzuwenden.

1. Durch Gottes Hilfe

Zu Beginn wollen wir uns mit einer einzigen simplen, aber meiner Meinung nach enorm wichtigen Tatsache beschäftigen. Wenn wir uns die Frage stellen, wie wir die Bibel verstehen können, gibt sie selber die ernüchternde Antwort, dass wir alleine dazu gar nicht in der Lage sind. Das liegt daran, dass die Bibel kein gewöhnliches Buch ist. Neben vielen verschiedenen menschlichen Autoren, hat sie nämlich auch Gott als Autor, der die menschlichen Schreiber bei ihrer Arbeit durch Seinen Geist inspirierte.

Und Gott ist viel größer als wir es sind. Seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Deshalb brauchen wir seine Hilfe, wenn wir ihn verstehen wollen. Wir brauchen Gottes Geist, der uns aufzeigt, was die Bibel tatsächlich aussagt. Paulus macht das ziemlich deutlich in 1. Kor 2,11-14:

Denn wer von den Menschen kennt die [Gedanken] des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So kennt auch niemand die [Gedanken] Gottes als nur der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären. Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.

Paulus unterscheidet hier ganz klar zwischen Menschen, die den Geist Gottes nicht haben und für die die Bibel deshalb eine Torheit, vollkommener Blödsinn ist, und Menschen, die den Geist Gottes haben – ja vom Heiligen Geist selber gelehrt worden sind – und deshalb verstehen können, was in der Bibel steht.

Und das sollte in uns zwei Dinge bewirken: Demut und große Zuversicht.

  • Demut, weil all unser Verständnis ein Geschenk Gottes ist. Wenn er uns die Augen nicht öffnet, bleiben wir für immer blind.
  • Große Zuversicht, weil wir als Christen tatsächlich den Heiligen Geist haben, der uns hilft, diese geistlichen Dinge zu verstehen. Das heißt, dass wir keine besondere Ausbildung brauchen und auch nicht von Bibelgelehrten, Pastoren oder Sprachwissenschaftlern abhängig sind, um den Sinn des geschriebenen Wortes Gottes zu erfassen.

Ich möchte dich deshalb dazu ermutigen, jedes Mal, wenn du in deiner Bibel liest, Gott um Hilfe zu bitten. Bete dafür, dass Er dir durch Seinen Heiligen Geist Erleuchtung schenkt, dass Er dir die Augen öffnet für den reichhaltigen Schatz, der in Seinem Wort verborgen ist. Und erwarte dann Großes von Ihm. Erwarte, dass dir beim Lesen der Bibel Dinge klar werden, die du vorher nie gesehen hast. Erwarte, dass dir dieses Buch wertvoller wird als alles andere. Und erwarte, dass es dein Leben verändert.

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Bibel/Nachfolge

Über den Autor

Simon Mayer, Jahrgang 1990, hat Elektrotechnik studiert und zwei Jahre als Ingenieur bei einem großen Bayrischen Automobilhersteller gearbeitet. Inzwischen absolviert er ein Praktikum in der Freien Evangelischen Gemeinde München-Mitte und studiert nebenher Theologie am Martin Bucer Seminar. Seit 2010 ist er verheiratet mit Simone. Wenn er nicht gerade mit redaktionellen Tätigkeiten für den Josiablog beschäftigt ist, eine Predigt vorbereiten darf oder versucht den riesigen Berg an Lektüre für sein Studium zu bewältigen, schaut er gerne mal einen Krimi mit seiner Frau, geht Joggen oder macht Musik.
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