Buchrezension: Der große Plan. Von Gott. Für uns. (Mark Dever)

19. Juni 2016 0 Antworten von Hanniel

Wovon dieses Buch lebt

Dieses Buch entwickelt, ähnlich wie ein Fotobuch, eine „Sicht von oben“. Mit dieser Perspektive wird es möglich, das Ganze zu sehen und die Anordnung zu beachten. Damit möchte Dever dem um sich greifenden biblischen Analphabetismus entgegenwirken. Die Einheit des großen Erzählstrangs ist ebenso Tatsache wie die Vielfalt der Autoren, Schauplätze, der beteiligten Personen und der Erlebnisse. Dever schrieb deshalb sowohl eine Predigt über die ganze Bibel als auch jeweils eine über das Alte und das Neue Testament, welche in diesem Buch nun in deutscher Sprache vorliegen. Dem schloss sich noch eine zusammenfassende Predigt über jedes einzelne Bibelbuch an, wobei die entsprechenden Predigtbände sind nur auf Englisch erhältlich sind. Die inhaltliche Linie verläuft dabei wie folgt: Der gesamte Text ist auf das Zentrum der Bibel, Christus, ausgerichtet. Verheißung (AT) und Erfüllung (NT) sind die beiden Hauptgedanken bei der Entfaltung des Inhalts. Von diesem Zentrum ausgehend erklärt Dever das Evangelium und formuliert es in der zentralen Frage für alle Menschen aus: Worauf stützt du dein Leben?

Wie die Predigten aufgebaut sind

Der Autor schreitet zuerst im Eiltempo durch den gesamten Text, um in wenigen Momenten das Gesamte zu erfassen. Nachher wendet er sich den einzelnen Teilen und schließlich jedem Buch zu, um in wenigen Sätzen den spezifischen Beitrag zu skizzieren.

Inhaltlich knüpft Dever an den Begriff des Bundes an. Anders als im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet er in erster Linie die Beziehung zwischen Gott und Menschen mit den darin enthaltenen Vorrechten und Pflichten. Nur wer verstanden hat, dass der Mensch diesen Bund gebrochen hat und dass dafür Sühne bzw. ein Opfer nötig wird, kann dem Handlungsverlauf der Bibel richtig folgen. Das Rätsel des Alten Testaments, wie ein barmherziger Gott gleichzeitig gerecht sein kann, wird im Neuen Testament mit dem ein für alle Mal geschehenen Opfer von Jesus Christus aufgelöst.

Gottes Rettungshandeln greift zuerst auf Gottes Bundesvolk, die Gemeinde über, um in der Vollendung die gesamte Schöpfung zu betreffen. Dieser Blick für die Heilsgeschichte wird konsequent herausgearbeitet. Die Bibel erteilt nicht einfach religiösen Rat oder theologische Weisheit, sondern sie beschreibt Gottes Geschichte in Raum und Zeit!

Fazit

Wer die Bibel liest, wird – wenn Gottes Geist im Leser wirkt – von seiner Leidenschaft für Heiligkeit ergriffen. Der erste Teil lebt von der Hoffnung, dass Gott sich seinem Volk durch die Sühne wieder zuwenden kann. Wer seinen Zorn gegen die Sünde (58) nicht verstanden hat, geht am Wesentlichen vorbei! Die Auflösung der Spannung geschieht im Neuen Testament durch Menschwerdung, Tod und Auferstehung von Gottes Sohn. Dever wird eindringlich: Erst wer seine Hoffnung auf dieses Opfer setzt, hört auf, seine Hoffnung auf einen (ungenügenden) Ersatz zu beschränken!

Diese Buchidee schreit nach Wiederholung in der Predigt, in der Unterweisung (Katechese) von Erwachsenen und Kindern, aber auch in Jugendgruppen und Familienandachten.

Mark Dever, Der große Plan. Von Gott. Für uns. 3LVerlag. Hier erhältlich.

Bücher

Über den Autor

Hanniel Strebel (1975), verheiratet mit Anne Catherine, fünf Söhne, Vielleser und regelmäßiger Blogger. Er ist Betriebswirt (FH), Theologe (MTh, USA) und hat vor kurzem in Systematischer Theologie promoviert. Gott hat das Thema „Lernen“ als roten Faden in sein Leben gelegt. Seine Frau und er unterrichten ihre Söhne zusammen privat.
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