Interview mit Jörn Hägele

18. Dezember 2016 0 Antworten von Simon

Jörn Hägele

Schon länger waren wir auf der Suche nach weiteren Kandidaten für den Leitungskreis von Josia. Wir sind froh, dass wir mit Jörn Hägele einen begabten, jungen Mann gewinnen und vergangenen Herbst berufen konnten und möchten ihn euch an dieser Stelle kurz in einem Interview vorstellen.

Jörn, wie bist Du eigentlich auf Josia gestoßen?

Ursprünglich komme ich aus der Arche-Gemeinde in Hamburg-Stellingen. Dort finden bisher jedes Jahr die Konferenzen von Evangelium21 statt. Da war es natürlich einfach für mich, teilzunehmen. Josia ist ja im Prinzip bei einer der E21-Konferenzen entstanden. Ich war da noch etwas zu jung, um zum Gründungskreis zu gehören (und vielleicht auch zu beschäftigt damit, den ganzen Konferenzbesuchern gute Bücher im Mediencenter zu verkaufen). Obwohl ich also davon mitbekommen hatte, dass es bald so etwas wie Josia geben würde, hatte ich das am Anfang gar nicht so richtig auf dem Schirm.

Gott wollte es aber anders: Im Jahr 2013, also pünktlich zur ersten Josia-Konferenz, zogen meine Frau (damals: Verlobte) und ich nach Gießen. Die ersten beiden Konferenzen haben ja in Gießen stattgefunden. Ja, und so war ich auf einmal mittendrin im Geschehen. In Gießen habe ich mich einem Hauskreis angeschlossen, in dem auch Jochen und Lars sind. Und so war ich auch schnell mit Leitungskreismitgliedern bekannt. (Achso: Mit Simon aus München war ich auch schon verbunden, weil wir uns über unsere damaligen Blogs irgendwie kennengelernt haben – die hatten beide den gleichen Titel.)

Was motiviert Dich, Leitungsaufgaben bei Josia zu übernehmen?

Als mich die anderen Leitungskreismitglieder gefragt haben, habe ich natürlich zunächst mit meiner Frau gesprochen. Aber eine Anfrage von guten Freunden kann man halt nicht so leicht ablehnen. Ich mag die anderen Jungs einfach – das gehört auch dazu!

Klar, es reicht nicht, einfach nur gut mit den anderen auszukommen. Ich teile auch ihre Anliegen. Besonders bei der Gemeindesuche in Gießen, aber auch in vielen Gesprächen mit Leuten aus ganz Deutschland ist mir immer wieder aufgefallen, dass es schnell geht, dass wir auf einmal nicht mehr alles von Jesus aus denken. Es ist mir ein Anliegen, dass das ganze Leben und auch ganze Gemeindeprogramme wieder von dem Zentrum des Christentums her gedacht und praktiziert werden: Christus. Ich will mich da gar nicht überheben. Aber das, was in meinem Leben nur mit der Hilfe von guten Freunden einigermaßen klappt, funktioniert leider in vielen deutschen Gemeinden nicht so richtig. Wo sollen die Christen es dann lernen? Wo soll die nächste Generation lernen, dass wir Sünde, Gnade und die himmlische Hoffnung betonen müssen, um ein Jesus-zentriertes Leben leben zu können? Besonders bei Liedern, die wir Christen sonntagsmorgens singen, fällt mir das immer wieder auf – da ist in Deutschland noch viel zu tun. Aber auch sonst… Ich glaube nicht, dass die meisten Gemeinden komplett falsch liegen, aber das Wesentliche muss wieder wesentlich werden. Dazu kann Josia einzelne Jugendliche motivieren, die dann ja auch in Gemeinden sind.

Das heißt, Du willst Jesus wieder in das Zentrum des Glaubens und Lebens rücken. Noch weitere Gründe?

Ja, genau. Der dreieinige Gott soll wieder geehrt werden, indem wir in der Kraft des Heiligen Geistes ganz neue Freude an Jesus haben. Das geht nur, wenn Gottes Wort, wenn die Bibel wieder Ausgangspunkt für alles im Leben wird. Ich habe ja schon gesagt, dass ich das in meinem Leben nur mit der Hilfe von meiner Frau und meinen Freunden schaffen kann. Und so begreife ich meinen Dienst bei Josia auch als einen Dienst an anderen Menschen. Das Doppelgebot der Liebe begleitet mich eigentlich schon länger. Wenn ich Gott von ganzem Herzen liebe, dann kann ich gar nicht anders, als anderen von diesem guten Gott zu erzählen.

Und bei Josia, das finde ich so schön, das finde ich so wichtig, betonen wir, dass Gott die Herzen in Deutschland verändern muss. Wir betonen, dass Gott das durch seinen Heiligen Geist tut, indem Er sein Wort gebraucht. Wir betonen die Wichtigkeit der Predigt und der Gemeinschaft. Wir betonen, dass es nicht um uns geht, sondern um Gott.

Du hast Dich als Du 13 warst, also schon recht früh, für den Weg mit Jesus entschieden. Hast Du sofort begonnen, Deinen Mitmenschen in dieser Weise zu dienen?

Jesus hat sich schon viel früher für mich entschieden. Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und habe (fast) jeden Abend mit meinem Vater und – als wir jünger waren – gemeinsam mit meinen Geschwistern in der Bibel gelesen. Und lange Gebete gehörten auch dazu. Als ich dann älter wurde, musste ich irgendwann auf eigenen Beinen stehen. Mit 13, 14 Jahren hat mich ein Freund dann an die Hand genommen und sich regelmäßig bei mir erkundigt. Er wollte wissen, ob ich regelmäßig Bibel lese, ob ich nach Freude in Gott suchte. Er hat mich ermutigt und mich auch manchmal einen Tritt in den Hintern gegeben – so haben wir das genannt. In den Jahren habe ich viel gelernt. Auch jetzt lerne ich noch viel. Ich glaube, dass ich erst mit 16 oder so wirklich mein Leben so verstanden habe, dass es um Jesus und nicht um mich geht. Ich bin nur ein Werkzeug in seiner Hand. Er will mich gebrauchen, um an anderen herumzuschrauben.

Zum Abschluss: Was ist Dein Wunsch für Josia?

David betet: „Nicht uns, sondern Dir, Herr, allein gebührt die Ehre!“ [vgl. Ps 115,1]. Am Ende geht es doch nicht darum, dass überall Josia draufsteht. Ich wünsche mir einfach nur, dass wir als Netzwerk einen Beitrag dazu leisten können, dass die Grundwahrheiten des Christentums wieder ins Zentrum von vielen Gemeinden und vielen einzelnen Christen gelangen. Das sind auch die Grundwahrheiten der Reformation: Allein zur Ehre Gottes; allein von Jesus aus und zu Jesus hin; die Bibel allein ist die absolute Wahrheit; unser Leben funktioniert allein aus der Gnade Gottes: weil Er Jesus gesandt hat, der die Gnade am Kreuz besiegelt, können wir in alle Ewigkeit aus Gottes Gnade leben; und allein im Glauben an Jesus finden wir Rechtfertigung und all unsere Identität.

Ich wünsche mir, dass Josia viele junge Menschen erreicht. Dass die Konferenzen Leute zusammenbringen,  dass Freundschaften entstehen und bestehen bleiben. Dass viele Jugendliche ihr Leben wieder voll und ganz in den Dienst von Jesus stellen. Möge Gott dadurch geehrt werden.

Vielen Dank!

Ja, Danke auch!

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Über den Autor

Simon Mayer, Jahrgang 1990, hat Elektrotechnik studiert und zwei Jahre als Ingenieur bei einem großen Bayrischen Automobilhersteller gearbeitet. Inzwischen absolviert er ein Praktikum in der Freien Evangelischen Gemeinde München-Mitte und studiert nebenher Theologie am Martin Bucer Seminar. Seit 2010 ist er verheiratet mit Simone. Wenn er nicht gerade mit redaktionellen Tätigkeiten für den Josiablog beschäftigt ist, eine Predigt vorbereiten darf oder versucht den riesigen Berg an Lektüre für sein Studium zu bewältigen, schaut er gerne mal einen Krimi mit seiner Frau, geht Joggen oder macht Musik.
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