Der Thron der Gnade – Teil I

08. Januar 2017 0 Antworten von Alexander

„Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!“ (Hebr 4,16)

Den Hebräerbrief mit Gewinn lesen

Der Hebräerbrief ist der Gemeinde Jesu durch den Heiligen Geist gegeben, damit sie das Priestertum Jesu als des Hohenpriesters besser verstehen und die wunderbaren Vorteile erkennen kann. Zum einen die Vortrefflichkeit seiner Person und zum anderen die alles übersteigende Herrlichkeit seines Amtes, welches jedes gesetzliche Priestertum (des AT) weit überragt.

Um den Hebräerbrief nun mit Gewinn lesen zu können, ruft uns der Heilige Geist dazu auf, ernsthaft zu bedenken wie vortrefflich die Person Jesu Christi ist: „Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus“ (Hebr 3,1). Die heiligen Brüder sollen auf ihn achten als solche, die in Beziehung zu Jesus Christus stehen. Beachtet wie großartig und passend dieser Mensch Jesus Christus für so eine heilige und herrliche Berufung ist! Er ist höher als alle Himmel und so groß, dass er der Sohn Gottes genannt wird (V.14), eines göttlichen Wesens mit dem Vater. Denke an seine Menschheit: wie er wirklich Fleisch von unserem Fleisch geworden ist, doch ohne Sünde. Denke daran, wie er all unsere Schwachheiten kennt (V.15), und Mitleid damit hat, wie er mit unseren Gebrechen mitfühlt und wie er unser Anliegen zu seinem eigenen macht.

Jesus unser Hoherpriester

Und wiederum schaue doch, was uns der Heilige Geist noch über Christus aufzeigt: Jesus ist so großartig und so voller Liebe, dass wir ihm in seinem Handeln zuversichtlich vertrauen können. Der Heilige Geist drängt uns sogar dazu, uns freimütig dem Thron der Gnade zu nähern, wo der Herr Jesus beständig sein Amt ausübt: „Da wir nun,“ sagt er, „einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!“ (Hebr 4,14-16).

In diesen Worten haben wir nun erstens eine Ermahnung; und zweitens eine Schlussfolgerung, sodass wir einen echten Nutzen daraus ziehen können, wenn wir die Ermahnung wahrhaft in die Praxis umsetzen. Die Ermahnung ist, dass wir freimütig zum Thron der Gnade kommen sollen. Wir wollen diese Ermahnung in nächste Woche betrachten, heute beschäftigen wir uns mit Gottes Thron.

Der Thron Gottes

Gott hat mehr als einen Thron: Er hat einen Thron im Himmel und einen Thron auf der Erde: „Der HERR ist in seinem heiligen Palast, der HERR – in den Himmeln ist sein Thron. Seine Augen schauen, seine Augenblitze prüfen die Menschenkinder.“ (Ps 11,4) „In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen.“ (Jer 3,17). Er herrscht über die Engel und er regiert in seiner Gemeinde. Ja er hat einen Thron und Sitz der Majestät, wo er unter den Fürsten und Großen in der Welt sitzt (Ps 82,1). Gott hat einen Thron als Vater, und einen Thron für Christus als den Geber des Lohnes für alle treuen und überwindenden Christen: „Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“ (Offb 3,21)

Es gibt auch einen Thron des Gerichts, auf welchem Christus bei dem letzten Gericht sitzen wird, um der Welt ihren schlussendlichen Urteilsspruch der Strafe zu erteilen. Dieser Gerichts-Thron wird von Christus als der „Thron seiner Herrlichkeit“ oder der „große weiße Thron“ bezeichnet (Mt 25,31; Offb 20,11). Und seine Gegenwart auf diesem Thron wird so schrecklich sein, dass nichts und niemand sie ertragen kann außer denen, die mit Gott zuvor durch ihn versöhnt wurden.

Ich gebe euch deswegen den Hinweis, dass wir als Christen nicht zufällig oder in Unwissenheit zu Gott gehen sollen, sondern mit Gewissheit zum Thron der Gnade gehen dürfen! Denn wo sonst wird der gnadenvolle und barmherzige Gott gefunden als nur auf dem Thron der Gnade!

Es gibt keine Gnade außerhalb vom Thron der Gnade

Dies ist sein heiliger Ort, und außerhalb dieses Gnadenthrones ist Gott schrecklich für die Menschen und kann ihnen auch nicht gnädig sein. Denn wenn er am jüngsten Tag auf dem Thron seines Gerichts sitzen wird, dann wird er nicht bewegt sein durch die Tränen oder das Elend der Welt, das er irgendetwas für sie tun würde. Noch wird er es im Geringsten beabsichtigen, ihr Leid und ihre Schmerzen zu erleichtern. So lass nun die Menschen über ihn denken, was sie möchten: Er gibt keine Gnade, auch keine besondere Gnade, außer von dem Thron der Gnade. So müssen also die, die beten, zu dem Thron der Gnade kommen. Zu einem Gott, der auf einem Thron der Gnade sitzt.

Bezüglich des Ungläubigen, Irregeleiteten und Abergläubischen bedenke: Wenn sie auch zu Gott reden in ihrer eigenen Fantasie, und nicht wie das Wort sie leitet, so bringt es ihnen nichts. Frage den fleischlichen Menschen, wie er betet; und er wird sagen: zu Gott. Frage ihn, wo dieser Gott ist; er wird sagen, im Himmel. Aber frage ihn nun, wie er sich Gott dort vorstellt, und er wird nur einige allgemeine Aussagen treffen können. Aber er kann seine Seele nicht an den Gott auf dem Gnadenthron wenden, wie der Apostel hier bittet: „Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zu dem Thron der Gnade.“ Deshalb kommen und gehen sie, oder vielmehr sie gehen und kommen ohne den geringsten Vorteil zu haben: sie finden nichts als Arbeit für ihre Schmerzen. Denn die richtigen Gedanken über Gott, wo ich ihn gnädig und barmherzig finde, ist alles! Und Barmherzigkeit und Gnade erlangen wir, wenn wir zu ihm kommen als zu dem, der auf dem Thron der Gnade sitzt.


aus John Bunyans „The Throne Of Grace“ (1692), leicht bearbeitet und gekürzt

Bibel/Nachfolge

Über den Autor

Alexander Hiller, Jahrgang 1988, studierte bis Juni 2013 Landschaftsarchitektur und arbeitet seitdem im Familienbetrieb (Garten- und Landschaftsbau) in Herborn-Hirschberg. Er ist seit 2010 mit Susanne verheiratet und Vater von zwei Kindern: Benaja (2011) und Ariel (2013). In seiner Freizeit engagiert er sich in der ERB-Wetzlar und dient der Gemeinde seit 2012 als Diakon. Er liest gerne Bücher, besonders die der Puritaner, und ist gerne draußen im Garten oder der Natur.
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