Der Thron der Gnade – Teil II

15. Januar 2017 0 Antworten von Alexander

„Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!“ (Hebr 4,16)

Die Vorschatten vom Thron der Gnade

Der Sühnedeckel, d.h. die Deckplatte der Bundeslade, welcher so oft im Alten Testament vorkommt ist ein Schatten, Vorbild und Beispiel auf den Gnadenthron: „Dann sollst du eine Deckplatte aus reinem Gold herstellen; zweieinhalb Ellen sei ihre Länge und anderthalb Ellen ihre Breite“ (2. Mo 25,17). Denn es ist oft so, dass die Bilder oder Schatten auf eine Sache nicht so glorreiche Namen haben, wie die Sache selbst. Und der Grund dafür ist, dass die himmlischen Dinge sehr viel herrlicher sind als der Schatten, durch den sie dargestellt werden. Was ist ein Schaf, ein Stier, ein Ochse, ein Kalb verglichen mit Christus, oder ihr Blut verglichen mit dem Blut Christi? Was ist Jerusalem, das sich im Land Kanaan befand, verglichen mit dem neuen Jerusalem, das vom Himmel herabkommen wird? Oder die Stiftshütte, die aus vergänglichen Materialien hergestellt wurde, im Vergleich zu dem Leib Christi und dem Himmel selbst? Kein Wunder also, dass uns die Schatten dieser Dinge mit Worten niedrigerer Bedeutung vorgestellt werden; denn die inhaltsreicheren und passendsten Worte sind für die Sache selbst bestimmt.

Bevor ich darin fortfahre, euch eine genauere Beschreibung des Thrones der Gnade zu geben, und darauf einzugehen, wie man ihn kennen kann, möchte ich kurz auf die Begriffe einzeln eingehen und aufzeigen, was sie beinhalten.

  • Gnade: Darunter verstehen wir Gottes freies, souveränes Wohlgefallen, wodurch er in Christus an seinem Volk handelt.
  • Thron: Das Sitzen auf einem Thron ist nicht nur ein Zeichen der Ruhe, sondern auch ein Ort der Würde und der Autorität: Gott regiert und herrscht durch seine Gnade. Röm 5,21: „…damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“

Die Gnade als König auf dem Thron

Sünde, Satan, Tod und Hölle sind überwunden, denn sie bedeuten Schwachheit und Zerstörung, aber Gnade ist Leben und als absoluter Herrscher besiegt Gnade sie alle:  „Das Gesetz aber kam daneben hinzu, damit die Übertretung zunehme. Wo aber die Sünde zugenommen hat, ist die Gnade überreich geworden“ (Röm 5,20). Es ist doch die Weisheit und Klugheit aller Herrscher, dass sie sich selbst rüsten gegen alle möglichen Rebellen. Darum sagt der Apostel wiederum: „Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade“ (Röm 6,14). Sünde trachtet nach der Herrschaft, genauso die Gnade: aber die Sünde wird nicht herrschen, weil sie keinen Thron inmitten der Gemeinde der Gläubigen hat! Gnade ist der König, der auf dem Thron sitzt.

Komm zu den Thron der Gnade

So können alle Gläubigen mit Freimütigkeit zu diesem Thron eilen und Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden. Denn von dem gnädigen König kommt Hilfe gegen den Feind: er schützt vor dem Brüllen des Löwen, vor den tobenden Begierden, vor der Gewalt der Bösen. Gott in seiner Gnade wird „…sich wieder über uns erbarmen, wird unsere Schuld niedertreten. Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“ (Mi 7,19).  Er spricht hier von Gott, wie er Gnade übt und zu seinem eigenen Wohlgefallen sein Volk errettet, und das ohne Seinesgleichen: „Wer ist ein Gott wie du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Rest seines Erbteils! Nicht für immer behält er seinen Zorn, denn er hat Gefallen an Gnade“ (Mi 7,18).

So sind nun Barmherzigkeit und Gnade auf diesem Thron zu finden und sie werden überwinden und alles erobern: „…die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht“ (Jak 2,13b). Ja, Gnade triumphiert, wenn sie über die Sünde siegt und den Sünder unter Gott demütigt zu seiner eigenen Errettung.


aus John Bunyans “The Throne Of Grace” (1692), leicht bearbeitet und gekürzt

Bibel/Nachfolge

Über den Autor

Alexander Hiller, Jahrgang 1988, studierte bis Juni 2013 Landschaftsarchitektur und arbeitet seitdem im Familienbetrieb (Garten- und Landschaftsbau) in Herborn-Hirschberg. Er ist seit 2010 mit Susanne verheiratet und Vater von zwei Kindern: Benaja (2011) und Ariel (2013). In seiner Freizeit engagiert er sich in der ERB-Wetzlar und dient der Gemeinde seit 2012 als Diakon. Er liest gerne Bücher, besonders die der Puritaner, und ist gerne draußen im Garten oder der Natur.
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