Marsch für das Leben!

10. September 2017 1 Antwort von Ludwig

Wenn ein Teenagermädchen, eine junge Frau, vielleicht noch in der Schule oder Ausbildung, unverheiratet, ohne finanzielle Versorgung und mit schlechter Bildung schwanger wird und dazu noch ohne den Vater des Kindes dasteht – was passiert dann in sehr vielen Fällen? Das Kind wird abgetrieben.

Was geschieht, wenn eine ältere Frau schwanger wird? Das Kind wird sehr genau untersucht, und wenn es irgendwelche Anzeichen gibt, dass in der Schwangerschaft nicht alles einwandfrei verläuft, dass das Kind eventuell krank sein oder die Mutter körperliche Probleme bekommen könnte, dann wird es sehr oft abgetrieben.

Jesus und Johannes, der Sohn Gottes und der Vorläufer Gottes, bräuchten heutzutage nicht mehr warten, bis sie im starken Mannesalter ihre Botschaft verkünden, angefeindet und ermordet werden, wie es damals geschah. Sie würden sehr wahrscheinlich schon im Bauch ihrer Mütter ermordet werden.[1]

Millionen von Kindern wurden seit Freigabe der Abtreibung 1974 in Deutschland getötet. Abtreibung zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.  In einem Jahr sterben ca. 400 Menschen durch tätliche Angriffe, an einem Tag sterben ca. 270 Kinder durch Abtreibungen.[2]

Zwischen der sechsten und der vierzehnten Schwangerschaftswoche wird die Abtreibung meistens mit Absaugmethoden durchgeführt. Dabei wird das Kind durch einen gewaltigen Sog in viele Stücke gerissen. Die instrumentelle Curettage ist eine andere Methode im ersten Schwangerschaftsdrittel. Dabei wird der Muttermund vergrößert, sodass der Arzt den Körper des Kindes in kleine Stücke reißen oder schneiden kann.

Je später die Abtreibung, desto grausamer klingen die Methoden das Kind zu töten. Ab und zu geschieht es allerdings, dass ein Kind dennoch überlebt. Diese Kinder zucken mit den Armen und Beinen, machen verzweifelt ein paar Atmungsversuche und sterben dann. Während sie sich selbst überlassen bleiben, kann ihr Todeskampf manchmal einige Stunden andauern. Ich erspar euch hier noch mehr Details. Jeder ist in der Lage, sich durch Internet oder Bücher ein Einblick in diesen Holocaust zu verschaffen.[3]

Abtreibung wird oft mit dem Satz gerechtfertigt: Mein Bauch gehört mir! Außerdem wird das Kind im Leib der Mutter nicht als Mensch, sondern als Zellhaufen ohne Wert betrachtet. Dass dieser Zellhaufen schon etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche ein schlagendes Herzchen und ab der zehnten Schwangerschaftswoche alle wichtigen Organe ausgebildet hat, dass dieser Zellhaufen Schmerz und Angst empfinden kann, all das spielt keine Rolle, da er noch nicht als ein menschliches Leben eingestuft wird.

Doch ab wann beginnt das Leben?

Was schreibt Lukas, der Arzt, unter der Inspiration des Heiligen Geistes, also Gottes, welcher nicht bloß weiß, wann das Leben beginnt, sondern welcher das Leben schenkt:

Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib. (Lukas 1,41)

Heutzutage gibt es einen sehr großen Unterschied zwischen einem Baby im und außerhalb des Bauches. Außerhalb hat es Menschenrechte und Menschenwürde – innerhalb nicht. Die Bibel macht hier aber keinen Unterschied!

Das Wort („Kind“ – griechisch: prephos) für den ungeborenen Johannes ist das gleiche, das für den acht Tage alten Johannes (Lukas 1,59), für Jesus in der Krippe (Lukas 2,12) und für die kleinen Kinder, die zu Jesus kommen sollen, gebraucht wird (Lukas 18,15-16).

Was ist im Bauch von Elisabeth? Es ist ein Baby, ein Kind, ein Mensch. Ein Mensch geschaffen im Bilde Gottes. Ein Leben von Gott geschaffen und gewollt. Gott stellt sich zum Menschen in jeder Lebensphase, er sorgt sich um ihn und ist an seinem Ergehen interessiert. Und zu diesen Lebensphasen gehört auch die Zeit von der Empfängnis bis zur Geburt eines Menschen. Davon spricht Psalm 139:

Du hast mich geschaffen – meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in mein Buch geschrieben- noch bevor einer von ihnen begann!

Das ist nur eine Stelle aus der Bibel, in der das Geschenk eines neuen Lebens, ja des Lebens überhaupt, deutlich gemacht wird.

Was sagt die Bibel zum Beendigen des Lebens, zur Abtreibung, zum Mord an Kindern?

Du sollst nicht töten. (2 Mose 20,13)

Wenn aber ein Schaden entsteht, so sollst du geben: Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule. (2 Mose 21,23-25)

Wer irgendeinen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben. (3 Mose 24,7)

Sage zu den Israeliten: Wer unter den Israeliten oder den Fremdlingen in Israel eins seiner Kinder dem Moloch gibt, der soll des Todes sterben; das Volk des Landes soll ihn steinigen. (3 Mose 20,2)

Auch will ich euer eigen Blut, das ist das Leben eines jeden unter euch, rächen und will es von allen Tieren fordern und will des Menschen Leben fordern von einem jeden Menschen. Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht. (1 Mose 9,5-6)

Gott ist der Herr über Leben und Tod. Gott schenkt das Leben und Gott nimmt das Leben. Jede Frau, die ihr Kind abgetrieben hat, ist eine Mörderin und des Todes schuldig. Jeder Mann der seine Freundin oder Frau dazu gedrängt hat, ist ein Mörder und des Todes schuldig. Sie haben Blut an ihren Händen.

Viele werden sagen: Der Frömmste bin ich ja auch nicht, aber zumindest habe ich noch keinen ermordet, erst recht kein Kind. Jesus sagt:

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig. (Matthäus 5,21-22)

Nach Jesu Maßstäben haben wir alle Blut an unseren Händen. Ja durch jede einzelne Sünde, die wir tun, haben wir den Tod verdient, „denn der Sünde Sold ist der Tod“ (Römer 6,23).

Wird Gott das Blut an den Händen der Menschen, die ihre eigenen Kinder getötet haben, rächen? Wird Gott die Schuld, die jeder von uns auf sich geladen hat, rächen? Wird er es einfordern? Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde?

Der Fötus Johannes hüpfte vor Freude, als er nur die Stimme der Maria hörte! Warum? Weil Maria ein Kind in sich trug. Weil Maria Jesus Christus, den Sohn Gottes in sich trug. Gott selbst kommt in diesem Kind in unsere Welt. Und dieses Kind sollte später an das Kreuz gehen und sich seine Hände und Füße von Nägeln durchbohren lassen. Und sollte sagen: Meine Hand für deine Hand, meinen Fuß für deinen Fuß, meine Wunden für deine Wunden, Mein Leben für dein Leben.

Gottes Sohn kam auf diese Welt, um selbst die Blutschuld zu bezahlen. Er kam für Mörder, Vergewaltiger, Kinderschänder, Ehebrecher, Götzendiener, Süchtige, Habgierige, Gotteslästerer, Räuber, Lügner, Stolze, Neidische, Fresser, Säufer, Unbarmherzige, Faule, Lieblose. Er kam für Sünder. Er kam für uns!

Er kam, um uns zu retten. Er kam, um den brennenden Zorn Gottes  über den Menschen auf sich zu nehmen.

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)

Der Marsch für das Leben und die Josia-Konferenz 2017

Auch dieses Jahr wird es wieder einen Marsch für das Leben in Berlin geben. Leider findet die Josia-Konferenz am selben Wochenende statt. Für diese Termindopplung entschuldigen wir uns. Aus verschiedenen Gründen war es uns leider in diesem Jahr nicht möglich, ein anderes Wochenende zu wählen. Mit diesem Artikel wollen wir aber deutlich machen, wie wichtig uns das Anliegen des Marsches für das Leben ist. Bitte engagiert euch dort, wo ihr seid, gegen Abtreibung und für das Leben! Gott möge den diesjährigen Marsch für das Leben segnen und alle Teilnehmer bewahren.

Quellen

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Gesundheit.html (Insbesondere: Schwangerschaftsabbrüche und Todesursachen)

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaftsabbruch kann einen guten Überblick geben, ist aber nicht sehr gut mit Quellen belegt.

http://www.schwangerundkind.de/schwangerschaft-wochen.html

[1] Die Daten zu Abtreibungen zeigen, dass die große Mehrheit der Abtreibungen in Deutschland nicht in solchen Fällen vorgenommen wird. Meistens treiben Frauen ab, die mitten im Leben stehen (zwischen 25 und 35 Jahre alt), und die Gründe sind in den meisten Fällen nicht medizinisch oder juristisch (siehe Quellenangaben unten). Das ist umso schlimmer! Denn wenn Abtreibungen bei Frauen mittleren Alters ohne Komplikationen den Hauptteil der Abtreibungen ausmachen, dann würden die Fälle von Jesus und Johannes vermutlich gar nicht erst diskutiert werden.

[2] Zahlen und Fakten finden sich auf den unten verlinkten Internetseiten.

[3] Sowohl bei Abtreibungsbefürwortern als auch -gegnern wird jedoch nicht immer sorgfältig mit Zahlen und medizinischen Fakten umgegangen. Abtreibungen sind schrecklich, aber um das aufzuzeigen, muss man nicht auf falsche Informationen zurückgreifen. Im Gegenteil: gerade die nüchternen Fakten sind so erschreckend.

Bibel/Nachfolge

Über den Autor

Ludwig Rühle, Jahrgang 1979, ist gelernter Tischler und studierter Theologe. Er dient seit 2009 als Pastor in der Bekennenden Evangelischen Gemeinde in Osnabrück. Darüber hinaus organisiert und leitet er übergemeindliche Kinder- und Jugendfreizeiten. Mit seiner Frau Katharina hat er drei Söhne und eine Tochter.

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  1. Marsch für das Leben! | Bibelwahrheitsfinder, die wir auf dem Wege sind... says:

    […] Jesus und Johannes, der Sohn Gottes und der Vorläufer Gottes, bräuchten heutzutage nicht mehr warten, bis sie im starken Mannesalter ihre Botschaft verkünden, angefeindet und ermordet werden, wie es damals geschah. Sie würden sehr wahrscheinlich schon im Bauch ihrer Mütter ermordet werden.[1] […]

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