CD-Rezension: Erlöst (Emu Music)

11. Februar 2018 3 Antworten von Jörn

Die Erlösung, die Gott uns durch Jesus schenkt, umfasst viel mehr als uns oft bewusst ist. Das erste deutschsprachige Album von Emu Music wirft Schlaglichter auf unsere Erlösung und unsere angemessene Antwort. „Kein Name sonst erlöst“ (Titel 1), deshalb gilt „Schau auf den Herrn“ (Titel 4). Wie können wir anders, als zu singen: „Auf seine Gnade hoffe ich“ (Titel 9). Unsere Erlösung wird jedoch erst vollständig sein, wenn Jesus wiederkommt: „Welch ein Tag“ (Titel 5) wird das sein. Bis dieser Tag kommt, bewahrt uns Gott und lässt uns „Niemals allein“ (Titel 10). Er verändert uns durch seinen Heiligen Geist, den „Lebenshauch“ (Titel 7). Wir sind aufgefordert, immer wieder zu sagen „Nimm mein Leben“ (Titel 8) und durch die Bibel Gott zu uns sprechen zu lassen. Denn er ist „Ein Gott, der redet“ (Titel 3) und „Die Stimme des Herrn“ wird in Jesus offenbar (Titel 2). Bei alledem gilt: „Lob sei dir, mein Gott“ (Titel 6).

Wir brauchen in deutschen Gemeinden dringend Lieder, mit denen wir umfassend die großartige Erlösung besingen können! Wir können Emu Music nur dankbar sein für die wertvolle Arbeit, die sie schon jahrelang leisten und durch die Verbindungen zur Leipzig English Church inzwischen auch auf den deutschsprachigen Raum ausgeweitet haben. Die thematische Zusammenstellung des Albums ist gut gelungen, die Reihenfolge der Lieder ist allerdings nicht immer nachzuvollziehen. In die Übersetzung der englischsprachigen Originaltexte wurde viel Arbeit gesteckt, die Lieder singen sich (bis auf wenige Ausnahmen) rund. Schade ist, dass neben einer Modernisierung einer alten Hymne nur ein deutsches Original dabei ist, nämlich „Ein Gott, der redet“ von dem begabten Songwriter und Josia-Leitungskreis-Mitglied (!) Rudi Tissen. Wir würden uns freuen, in Zukunft noch mehr solcher Lieder zu hören!

Die CD wurde professionell produziert, man merkt, dass hier keine Anfänger am Werk waren. Instrumentalisierung und Gesangsstimmen sind solide, die Arrangements gefallen und sind gemeindetauglich. Erlöst ist aber sicherlich kein Jugendalbum. Die Australier haben für dieses spezifische Zielpublikum inzwischen eine CD aufgelegt, in Deutschland haben wir hier noch Nachholbedarf. Auch die Herausforderung, eine gute Balance zwischen theologischer Tiefgründigkeit und leichter Verständlichkeit hinzubekommen, bleibt bestehen (Lieder von Emu Music wurden schon immer kritisiert, weil sie zu kompliziert seien; das Übersetzen ins Deutsche macht es natürlich nicht leichter).

Unser Aufruf an die junge Generation ist deshalb: Schreibt Lieder, die die biblische Wahrheit in einer Art und Weise transportieren, die ihr versteht! Kauft euch die CD von Emu Music bzw. hört sie euch auf youtube an. Lasst euch davon inspirieren, spielt die Songs in euren Gemeinden und besingt die großartige Erlösung, die wir in Jesus Christus haben. Ihm zur Ehre!

Hier könnt ihr euch direkt das Lied „Ein Gott, der redet“ von Rudi anhören:

Und hier noch ein englischsprachiges Lied von Emu Youth:

 

___

PS: Ich bin Simon Mayer dankbar, der Teile des Artikels überarbeitet und wichtige Umstrukturierungen vorgenommen hat. Ohne diese Hilfe wäre der Artikel doppelt so lang und kaum lesbar gewesen.

Media

Über den Autor

Jörn Hägele (Jahrgang 1993) ist verheiratet mit Kiki. Die beiden sind Mitglieder der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Gießen und dienen u.a. gemeinsam in der Musikarbeit. Jörn studierte an der Universität Hamburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen Mathematik und Physik für das Gymnasiallehramt und promoviert derzeit in der Physikdidaktik.

Kommentare zu “CD-Rezension: Erlöst (Emu Music)”

  1. Werner Braun says:

    Guten Tag,

    ein wirklich schönes Lied mit rechter Theologie.
    Ich selbst schreibe jetzt seit ca. 2 Jahren Lieder und bin auf der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit, diese aufzunehmen. Wenn jemand Aufnahme Equipment hat und freude daran hätte, mit mir die Lieder aufzunehmen und zu veröffentlichen, kann er sich gerne bei mir melden.

    Gruß Werner

  2. Klaus Hickel says:

    Lieber Jörn, vielen Dank für deine Rezension. Du hast dich offensichtlich intensiv mit „unserer“ CD befasst! Auch für uns war es eine tolle Sache, Rudi Tissen für die CD gewinnen zu können, denn für EMU ist die Entwicklung der deutschsprachigen Szene ein großes Anliegen.

    Ich möchte aber auch kurz (naja, mehr oder weniger) auf eine Aussage eingehen, die ich noch etwas irreführend finde. Die Aussage, dass Lieder von Emu Music „schon immer“ kritisiert wurden, weil sie zu kompliziert seien, belegst du etwas unglücklich mit einem Artikel von 2006(!), der allerdings gerade das Gegenteil besagt. Einige Zitate aus dem Post: „A common criticism of Emu has been that the lyrics can be overly complex, sometimes more resembling a doctrinal thesis than a song. I’m pleased to say that this seems to have been taken to heart – the lyrics seem tighter and simpler, though still with depth.“ Dabei bezieht er sich sogar ausdrücklich auf zwei Lieder, die sich auch auf der deutschen CD befinden: „Two songs in particular I think are very powerful – Never Alone (Niemals allein) and The Voice of the Lord (Die Stimme des Herrn). Both send chills up my spine – marvellous.“

    Natürlich ist Komplexität immer auch Geschmackssache, aber der Artikel sagt eben gerade nicht aus, dass die aktuelle Generation von EMU-Liedern zu kompliziert sind, und tausende australische Jugendliche und Studenten singen (wie auch ich “damals”) auf christlichen Konferenzen bei diesen Liedern begeistert mit.

    Bob Kauflin von Sovereign Grace Music assoziiert EMU-Musik mit “rich theology in contemporary musical settings” (http://worshipmatters.com/2015/02/24/michael-morrow-reflects-on-worshipgod-uk/). Treffender lässt sich das Anliegen dieser CD kaum zusammenfassen: reichhaltig, und deshalb natürlich auch nicht völlig anspruchslos. Entsprechend ist die Hoffnung hinter dieser CD, dass gerade auch Jugendliche hierzulande einen Appetit für biblisch „reichhaltige“ musikalische Nahrung entwickeln, und deshalb bin ich dir sehr dankbar für deine Kaufempfehlung. Denn nur durch diese Form von Unterstützung wird sich biblisch fundierte und gleichzeitig qualitativ hochwertige Musik langfristig durchsetzen können. 😉

    Mein persönlicher Favorit auf dem Album ist übrigens „Nimm mein Leben“: es wurde ursprünglich schon 1887, aber für die CD noch einmal ganz neu ins Deutsche übersetzt, und war für mich schon immer einfach zeitlos schön. Hier für alle nochmal zum Reinhören: http://www.youtube.com/watch?v=VZdK_LfZKmw.

  3. Jörn says:

    Lieber Klaus,

    danke für Deinen Hinweis zu dem aufgeführten Link bezüglich der Komplexität. Den Artikel haben wir bewusst an manchen Stellen zusammengekürzt. So nutze ich die Gelegenheit, hier manches auszuführen, worauf Du hinweist.

    (1) Ja, ich spreche eine Kaufempfehlung aus. An der Stelle hast Du mich sehr richtig verstanden.

    (2) Ja, ich denke auch, dass EMU Music (ähnlich wie Sovereign Grace Music) dogmatisch reichhaltige Lieder in zeitgenössischem musikalischem Rahmen produziert. Und, ja, ich bin sehr dankbar dafür.

    (3) Ja, ich teile Dein Anliegen, dass Jugendliche „hierzulande einen Appetit für biblisch ‚reichhaltige‘ musikalische Nahrung entwickeln“. Ich glaube auch, dass ein wesentlicher Beitrag dazu durch den Gemeindegesang von gesamtgemeindetauglichen Liedern geleistet wird. In diesem Kontext sehe ich auch das deutschsprachige Album von EMU Music als sehr wertvoll an.

    (4) Die auf dem rezensierten Album veröffentlichten Lieder sind dringend notwendig. Ich habe geschrieben: „Wir brauchen in deutschen Gemeinden dringend Lieder, mit denen wir umfassend die großartige Erlösung besingen können!“ Vermutlich sollte ich noch ergänzen, dass es nicht nur um die Themen der Lieder geht (so könnte der Satz ja gelesen werden), sondern auch darum, dass wir in deutschen Gemeinden dringend mehr theologisch reichhaltige Lieder benötigen (wer mit mir über Liedauswahl spricht, kommt nicht daran vorbei, dass ich das betone) – und dazu kann das Album einen Beitrag leisten.

    (5) Ich sehe zwei vorrangige Herausforderungen, die im Artikel (in der Kürze) nur angedeutet sind:

    (a) Es ist möglich, gemeindetaugliche Lieder zu schreiben (oder Lieder gemeindetauglich zu arrangieren – aber mir geht es hier sowohl um Text als auch Arrangement), ohne dabei den Nerv der Jugendlichen zu treffen. Ich glaube nicht, dass es Euer Anliegen mit der CD war, Musik für Jugendliche zu veröffentlichen. Ich glaube, Euer Anliegen war, Musik für die ganze Gemeinde zu veröffentlichen – und das ist auch gelungen (und davon profitieren auch Jugendliche!, die ja nicht immer Jugendliche bleiben sollen und werden). Eine Rezension auf einem Blog für Jugendliche scheint mir aber nicht komplett zu sein, wenn sie nicht darauf hinweist. Das habe ich – mit sehr wenigen Worten, wie ich zugebe – versucht durch das Wort „gemeindetauglich“ und durch den Verweis auf die Arbeit von EMU für Jugendliche anzudeuten. Ausführungen zum Verhältnis von Jugendmusik (vielleicht für spezielle Jugendabende oder für Kleingruppen von Jugendlichen oder für Jugendkonferenzen oder …) und Gemeindemusik habe ich aus dem Artikel gestrichen, weil ich eine CD-Rezension nicht mit Grundsatzdiskussionen überfluten wollte.

    (b) Es ist möglich, dass Lieder, die erstrebenswert sind, von vielen (auch nicht-jugendlichen Gemeindegliedern) als zu kompliziert empfunden werden. Mein Gebrauch des Konjunktivs hast Du so gelesen, dass ich den Link zitiere (ergo: dieser Link zeigt Euch, wie die Kritik begründet wird) – und ich gebe zu, dass das die naheliegende Leseweise eines Konjunktivs ist. Gemeint war, dass schon der Autor des zitierten Artikels die Kritik der Komplexität aufgreift. Ich habe übrigens bewusst diesen Artikel angeführt (und nicht irgendeine andere Kritik), weil sie zeigt, dass es Entwicklung gibt (und dass der Autor nicht vollständig mit der von vielen anderen geäußerten Kritik übereinstimmt). Wie man nun damit umgeht, dass viele Personen – auch im Umfeld unserer Blogleser – die Lieder als zu kompliziert empfinden könnten, steht erneut auf einem anderen Blatt (und so gerne ich dazu etwas gut Durchdachtes schreiben würde, musste ich es erst einmal zurückstellen).

    (6) Ich sehe weitere (textliche und auch nicht zu übergehende musikalische) Herausforderungen, die beim Übersetzen und Re-Arrangieren für den deutschen Sprachraum, vor allem aber bei der Veröffentlichung als Album entstehen. Da ist das rezensierte Album aber nicht alleine (vgl. zum Beispiel die Alben aus meiner Heimatgemeinde, auf denen viele Sovereign-Grace-Lieder sind). Und außerdem führt das an dieser Stelle zu weit (weil solche Dinge wie z. B. Album-Arrangement vs. Sonntagmorgen-Arrangement eine Rolle spielen). Darüber lässt sich mündlich vermutlich besser austauschen – und ich gehe davon aus, dass wir in vielen Aspekten gar nicht so weit auseinanderliegen.

    Mein derzeitiges persönliches Lieblingslied vom Album ist übrigens Schau auf den Herrn [https://youtu.be/iFWRbdNMPQA]. Ich finde das Arrangement zwar nicht sonderlich Jugendlich (ok, im Vergleich zur Originalversion [https://youtu.be/8YjaCkhNeCI] ist es schon modern 😉), aber erstens bin ich mittlerweile selbst Mitte zwanzig und zweitens kann ich mir vorstellen, was man aus dem Lied musikalisch rausholen kann.

    In diesem Sinne will ich Euch in Leipzig (und vor allem Deiner Frau, Klaus) nochmals danken und Euch ermutigen, Euch weiter für die Verbreitung soliden Liedguts in Deutschland einzusetzen.

Hinterlasse eine Antwort