Orthodoxe Tränen

08. April 2018 0 Antworten von Lars

„Hä? Es gibt Pfarrer, die nicht an die Auferstehung glauben?“

(Ungläubiges Staunen des Gläubigen)

An einem Montag saß ich bei meinem Pastor im Wohnzimmer auf dem Sofa. Ich hatte mich vor einer Woche bekehrt und war bei ihm, um ihm die frohe Kunde mitzuteilen. Während wir so sprachen, erwähnte ich, dass es doch eine Spitzenidee wäre, an der Uni noch evangelische Theologie als Drittfach zu studieren (ich war zu der Zeit am Anfang meines Lehramtsstudiums).

Die Reaktion meines Pastors auf diesen Vorschlag fiel ernüchternd aus: Ein Theologiestudium an der Uni sei keine gute Idee, warnte er. Daraufhin folgte eine Begründung, welche ich damals leider nur unzureichend verstand. Ich war ja erst seit einer Woche gläubig und nahm an, alle protestantischen Christen seien irgendwie rechtgläubig. Dass Teile des Christentums vom Zeitgeist und von Irrlehre zerfressen sind, konnte ich damals kaum ahnen.

Wenn mich heute jemand fragen würde, ob er (oder sie) an der Uni Theologie studieren solle, würde ich ebenfalls abraten. Warum?

  1. Wegen der historisch-kritischen Methode, die aus dem heiligen Wort Gottes einen BlaBla-Mythos für zurückgebliebene Dummdeppen macht (a la Bultmann: man kann sich nicht auf Instagram selbst inszenieren und gleichzeitig an die Wundergeschichten des NTs glauben).
  2. Weil der theologische Liberalismus aus der guten, christlichen Ethik wahlweise einen reaktionären Monster-Code (AT) oder ein „wir-haben-uns-alle-lieb-Gedöns“ macht (NT).
  3. Die Person Jesu wird auf eine Art Sozialarbeiter erster Ordnung reduziert (N. Bolz).

Diese Einschätzung weite ich auf alle aus, die es betrifft. Also alle sogenannten „bibeltreuen“ Ausbildungsstätten, welche sich schon längst dem Zeitgeist und der Irrlehre geöffnet haben.

Die Hunde mögen bellen!

Bibel/Nachfolge

Über den Autor

Lars Reeh (Jg. 1986) ist Lehrer und geht in die BERG in Gießen. Er interessiert sich für die Überschneidungsfelder von Theologie und Kultur (besonders Apologetik und Pädagogik).
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