Die Herrlichkeit des Himmels

11. November 2018 0 Antworten von Daniel

Ich habe mich in der letzten Zeit mit dem Buch ,,Die Herrlichkeit des Himmels“ (original: ,,The Glory of Heaven“) von John MacArthur befasst. Dieses beschäftigt sich in weiten Zügen, grob zusammengefasst, mit den Erfahrungen von ,,Himmelsbesuchern“ und deren Büchern, die im evangelikalen Raum sehr verbreitet sind, vor allem in Amerika. Zum einen prüft der Autor, wie stark bzw. ob sie überhaupt mit dem biblischen Zeugnis vom Himmel im Einklang stehen. Zum anderen beschäftigt er sich mit der Wirklichkeit und Schönheit des Himmels, wie sie in der Bibel beschrieben werden.

Der Himmel als Sehnsuchtsort von uns Christen

Direkt auf der ersten Seite wird man als Leser mit 1. Kor 15,19 konfrontiert:

,,Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendsten unter allen Menschen.“

Viele Christen verlieren den Blick auf das Wesentliche, auf das, was noch im Himmel auf uns wartet: Dass wir Gott in seiner ganzen Herrlichkeit sehen werden. Wenn wir diesen Blick verlieren, werden wir uns von unseren Begierden und Wünschen steuern lassen und darauf hoffen, dass Jesus uns in diesem Leben durch Wohlstand, Gesundheit, etc. hilft.

MacArthur führt den Gedanken an, dass immer wieder in der Bibel ein Verlangen nach dem Himmel beschrieben werde, das heute aber leider unter uns Christen verloren gehe, in einer materialistisch orientierten Gesellschaft, die den Blick von oben auf den Himmel nach unten auf das Irdische weglenke. Auch wenn man dieses Verlangen nach dem Himmel nicht immer spüre, habe es Gott trotzdem jedem Christen in sein Herz gelegt. Und Gott wolle schon jetzt etwas von seiner Herrlichkeit und der des Himmels zeigen, deswegen habe er etwas davon durch Offenbarung an einige Propheten weitergegeben (u.a. Hesekiel, Johannes), um zu zeigen, was später wirklich auf uns warten wird.

Wie und was der Himmel nicht ist

Exemplarisch nennt MacArthur einige Beispiele für Menschen, die sich ein Bild vom Himmel ohne die Bibel, die einzige verlässliche Quelle, machen und dabei komplett ins Spekulative und Absurde abgedriftet seien. Dazu führt er einige christliche Bestseller zum Thema „Himmelserfahrungen“ an, die an bibeltreue Christen gerichtet sind, aber voll sind von unbiblischen und bizzaren Vorstellungen. Mir ist das verwirrende Beispiel einer himmlischen Lagerhalle voller Gliedmaßen hängen geblieben. Im weiteren Verlauf des Buches wird auf eines der bekanntesten Bücher aus dem Genre der ,,Himmelsliteratur“ eingegangen und genaustens anhand der Bibel erklärt, warum diese Erfahrungen, die dort geschildert werden, nicht echt sein können.

Ein herausstechendes Merkmal der Bestseller über die Leute, die erst in den Himmel und dann wieder auf die Erde kommen, ist die Fixierung auf zum Teil sehr menschliche Wünsche. Es wird genauestens beschrieben, wie der Himmel aussehe, was für tolle Sachen man sehen könne und wie man alte Bekannte, Verstorbene wiedertreffe. Es klingt zwar sehr schön, aber es wird nicht viel von Gottes Herrlichkeit, dem Wesentlichen des Himmels berichtet. Es wird eher auf andere Sachverhalte Wert gelegt und die Personen verherrlichen vor allem sich selbst und ihre Erfahrung statt Gott. In vielen Büchern wird z.B. geschildert, wie die Menschen neben Gott oder auf Jesu Schoß sitzen und mit ihm reden wie mit einem „Kumpel“. Doch das steht klar im Widerspruch zu den biblischen Personen, wie Hesekiel und Johannes, die Himmelserfahrungen machten: Als sie Gottes Herrlichkeit sahen, fielen sie nieder vor ihm und beteten Gott aufgrund seiner Schönheit und Herrlichkeit an. Dies ist ein klares Indiz, dass viele dieser Berichte nicht stimmen können, da sie klar im Widerspruch zu den in Gottes Wort beschriebenen Einblicken in den Himmel stehen.

Wie der Himmel unser Leben bestimmen kann

MacArthur beschreibt auch einen Gedanken, der mir persönlich wichtig geworden ist, zur ,,Realitätsflucht“, wie sie manchmal Christen von Nichtchristen vorgeworfen wird: Wir Christen sollten nicht versuchen, diesem Leben zu entfliehen, indem wir vom Himmel träumen. Wir wüssten aber, dass wir die schweren Momente dieses Lebens ertragen können, weil uns der Himmel sicher sei. Denn das Verlangen nach dem Himmel sei eine Zuversicht, dass das Leben auf dieser Erde nicht alles sei. Trotzdem sollten wir die Zeitspanne dieses Lebens nutzen, um Gott zu verherrlichen, ihn groß zu machen und zu preisen. Wenn wir uns vor Augen hielten, was am Ende dieses Lebens auf uns Christen warte, aber auch uns bewusst machten, was für eine schlimme Ewigkeit die Nichtchristen in der Hölle erwartet, gebe uns das Ansporn, Gott zu verherrlichen und das Evangelium, Gottes Herrlichkeit und das Leben nach dem Tod in der Welt zu verkünden.

Nach diesem Thema geht MacArthur noch auf einige Theorien eines Zwischenstadiums der Seele zwischen Tod und Auferstehung ein, z.B. das Fegefeuer. Diese sieht er kritisch und führt auch einige Bibelstellen an, die gegen solche Theorien sprechen.

Ein vollkommener Himmel für (noch) unvollkommene Menschen

Zum Ende des Buches wird nochmals eindrücklich die Schönheit des Himmels beschrieben mit den Bildern aus der Offenbarung, wie z.B. dem strahlenden Angesicht Gottes, das den ganzen Himmel erleuchtet, weswegen man im Himmel keine Lampen braucht. Auch die Straßen aus Gold, ein kristallklarer Fluss und die Engellegionen, die vor Gott niederfallen, werden angeführt. Und MacArthur hält dem Leser den wichtigen Gedanken vor Augen, dass man sich jetzt diese Vollkommenheit noch kaum vorstellen könne, da wir sündige Menschen seien und zeitlebens nur Unvollkommenes kennen würden.

Wie mir das Buch geholfen hat

Abschließend kann ich sagen, dass der Autor mir sehr geholfen hat, ein gutes, biblisches Bild vom Himmel zu bekommen. Ich habe erkannt, wie wichtig es ist, über den Himmel nachzudenken und mein Leben auf ihn auszurichten, da wir nach diesem kurzen Leben die ganze Ewigkeit dort verbringen werden. Denn alles, was wir von dieser Erde kennen, ist noch unvollkommen oder sündig, aber es wird ausgetauscht werden durch die ewige, strahlende Herrlichkeit Gottes. Wir werden Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, vor ihm niederfallen und ihn anbeten. Aber ich habe nun auch realisiert, dass wir schon jetzt dieses Leben nutzen und das Evangelium in diese Welt hinaustragen sollen. Denn nur so können noch viele bisher ewig verlorene Menschen gerettet werden und die ewige Herrlichkeit Gottes und des Himmels erkennen und genießen.

Daraus folgt auch die Herausforderung, Nichtchristen die Wahrheit über den Himmel zu vermitteln und nicht etwas anderes in den Mittelpunkt zu rücken als die Schönheit Gottes.

Des Weiteren hat mir das Buch geholfen, besser mit übernatürlichen Erfahrungen von anderen Menschen umzugehen und diese Erfahrungen mit Gottes Wort in der Hand zu überprüfen. Ich kann es klar weiterempfehlen, besonders, wenn du dir ein klares Bild vom Himmel nach der biblischen Beschreibung machen willst und eine gute Zusammenfassung über das haben willst, was uns im ewigen Leben erwartet und was nicht.

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Über den Autor

Daniel Ebel, (*2001), strebt momentan sein Abi an der AHF-Schule in Gießen an. In seiner Freizeit liest er gerne Bücher, arbeitet als Mitglied der Immanuel-Gemeinde Wetzlar in der Sonntagschule und Technik mit, macht gerne Musik und philosophiert viel über Gott und die Welt.
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