Die Top 10 unserer Götzen: Teil VI

25. November 2018 0 Antworten von Ludwig

Familie?!

Eigentlich klingt es doch sehr gut und fromm zu sagen, die Familie gehe einem über alles und sei der Mittelpunkt des Lebens. Da vernachlässigt man schon mal das Bibellesen, Beten und den Gottesdienstbesuch wegen der Familie. Da dreht sich alles nur noch um die Kinder und ihre Wünsche. Da ist kein Trost mehr möglich, wenn der Ehepartner nach all den Jahrzehnten gestorben und man nun allein ist.

…ist eine Ordnung Gottes, die wir gerne über Gott stellen.

Die Familie ist eine Erfindung Gottes, die ihm wirklich sehr am Herzen liegt. Aber wir dürfen sie nicht zum Fixpunkt, zum Zentrum unseres Lebens machen. Ein Christ findet den größten Trost in Christus, selbst wenn er etwas so Schreckliches und unfassbar Trauriges wie den Tod des eigenen Kindes miterleben muss. Das heißt nicht, dass Christen nicht trauern oder etwa kein Mitleid mit Trauernden haben dürfen. Der Tod ist etwas Grausames, denn er ist der Sünde Sold, die Folge der Sünde.

Der Fall Abraham

Schauen wir auf Abraham. So viele Jahre hatte er auf seinen versprochenen Sohn gewartet und dann sollte er ihn Gott opfern. Die Frage war nicht nur, ob Abraham Gott wirklich vertraute, dass er seine Verheißung erfüllt, auch wenn es durch den Tod des Verheißenen menschlich gesehen unmöglich war. Die Frage war auch, ob Isaak, der langersehnte und geliebte Sohn, oder Gott die erste Stelle in Abrahams Leben einnahm. Doch wie war es dann bei Isaak und Jakob… wie viel Leid und Not haben sie auf ihre Familien gebracht, weil sie einige ihrer Familienangehörigen über Gott und seinen Willen stellten?

Verantwortung & der richtige Fokus

Deshalb finden wir neben den vielen Geboten zum Bewahren, Stärken und Lieben der Familie auch sehr ernste Worte in der Bibel. Und das nicht nur in Deuteronomium, wo sogar die eigenen Familienangehörigen vor Gericht gestellt werden sollen, wenn sie Götzendienst betrieben haben (Dtn 13,7-12). Jesus selbst sagte:

„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.“ (Lk 14,26)

Es geht an dieser Stelle nicht um buchstäblichen Hass auf die eigene Familie. Jesus drückt hier auf sehr eindringliche Weise aus, dass die Beziehung zu ihm über allen anderen stehen muss. Familie ist wichtig und Jesus ist kein Konkurrent für die Familie. Im Gegenteil: Er betont an anderer Stelle unsere Verantwortung, uns um unsere Familien zu kümmern. Er selbst kümmerte sich um die Versorgung seiner Mutter, als er unter unsäglichen Schmerzen am Kreuz litt. Doch Jesus will und muss über der Familie stehen.

Bibel/Nachfolge

Über den Autor

Ludwig Rühle, Jahrgang 1979, ist gelernter Tischler und studierter Theologe. Er dient seit 2009 als Pastor in der Bekennenden Evangelischen Gemeinde in Osnabrück. Darüber hinaus organisiert und leitet er übergemeindliche Kinder- und Jugendfreizeiten. Mit seiner Frau Katharina hat er drei Söhne und eine Tochter.
Keine Antworten zu “Die Top 10 unserer Götzen: Teil VI”

Hinterlasse eine Antwort